Bioblitz 2022

Das Naturhistorische Museum und die GfN nehmen am Projekt Bioblitz 2022 teil und rufen alle Interessierten dazu auf, im Stadtgebiet von Braunschweig so viele Arten wie möglich von Pflanzen, Pilzen und Tieren nachzuweisen. Damit tritt das Museum, unterstützt von der GfN, in einen Wettbewerb mit zahlreichen anderen Museen, die ebenfalls versuchen werden, für ihre Städte die meisten Meldungen zu generieren. Die dabei spielerisch erhobenen Funddaten werden der Grundlagenforschung und dem Naturschutz zur Verfügung stehen.

Über die kostenfreie App ObsIdentify*, die über eine automatische Bestimmungsfunktion verfügt, können alle Naturbegeisterten mitmachen. Allein ein Handy mit einer einigermaßen guten Kamera wird dazu benötigt. Weitere Informationen zum Bioblitz 2022 finden Sie unter LWL / Bioblitz 2022-LWL-Museum für Naturkunde mit Planetarium (lwl-naturkundemuseum-muenster.de) und eine kurze Einleitung zur App ObsIdentify auf Youtube.

Das SNHM und der Vorstand der GfN möchten die Mitglieder der GfN ebenfalls dazu ermuntern, sich an diesem Wettbewerb und an der Erfassung der belebten Natur in und um Braunschweig zu beteiligen, um dem Museum und der Stadt Braunschweig damit zum Erfolg zu verhelfen.

Zur weiteren Information werden monatlich kleine Tipps gegeben, welche Pflanzen, Tiere oder Pilze gerade besonders zahl- und artenreich zu fotografieren sind:

Mai: Wiesenblumen

„In Braunschweig ist der Mai ein guter Zeitpunkt, um sich auf die Suche nach wilden Wiesenblumen zu machen“, sagt Dipl. Biologin Corinne Buch. Die Wissenschaftlerin vermisst die ehemals typischen farbenprächtigen Wildblumen aus der Kindheit. „Durch den globalen Wandel und Prozesse wie zum Beispiel der Landnutzungswandel verbunden mit erhöhtem Nährstoffeintrag und intensiver Landnutzung verändern sich Artengemeinschaften auf unseren Wiesen. Doch gerade jetzt ist es besonders wichtig den Zustand dieser besonderen Lebensräume zu beobachten.“
Je nach Standort und Artenzusammensetzung wird zwischen Feuchtwiesen, Bergwiesen, Magerrasen und Halbtrockenrasen oder sogenannte Fettwiesen unterschieden. Buch erklärt: „Mit letzteren sind jedoch nicht die rein grünen, artenarmen ‚Grasäcker‘ gemeint, sondern artenreiche, wenig oder gar nicht gedüngte Wiesen auf natürlicherweise eher nährstoffreichen Standorten.“ Je intensiver die Nutzung ist, desto geringer ist die Artenvielfalt einer Wiese, da nur spezialisierte Pflanzen vorkommen. Traditionell genutzte, nur mäßig gedüngte Fettwiesen können hingegen sehr blütenreich und bunt sein.
Sowohl die Wiesenkräuter wie Hahnenfuß, Labkraut, Glockenblumen und Klee als auch ihre tierischen Besucher können mit einem Foto in der App ObsIdentify bestimmt werden. Dabei ist es wichtig, sowohl die Blüten, wie auch die Blätter zu fotografieren, da diese zur Bestimmung wichtig sind.

April: Pflanzen des Frühlings

Pflanzen, die zwischen Januar und April ihre ersten Blüten und Blätter zeigen, werden als Frühblüher oder Frühlingsgeophyten bezeichnet. Als typischer Frühblüher ist das Buschwindröschen charakteristisch für Buchen- und sommergrüne Eichenwälder Europas. „Auf basenreichen Böden gibt es aber auch das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides) sowie im Siedlungsraum als verwilderte Gartenpflanze das Violette Balkan-Windröschen (Anemone blanda)“, verrät Dipl. Biologin Corinne Buch. Also Augen auf! Im Frühling gibt es viel zu entdecken.

Mit der Bestimmungsapp ObsIdentify von Observation.org kann man ganz einfach diese und auch andere Frühblüher wie Lärchensporn, Schlüsselblumen, Gelbsterne, Scharbockskraut und Sternmieren bestimmen. Diese und viele andere profitieren im Frühjahr, vor dem Kronenschuss der Bäume, von der Lichteinstrahlung und Wärme direkt über dem Boden.

März: Frösche, Kröten, Molche und Salamander

Die heimischen Amphibienarten wandern in diesen Tagen zu ihren Laichgewässern. Für sie beginnt eine wichtige Zeit. „Sie kehren aus ihren Winterquartieren zu den Gewässern zurück, in denen sie aus dem Laich geschlüpft sind“, erklärt Dr. Christian Göcking von der NABU-Naturschutzstation Münsterland. „An vielen Stellen bedroht aber der Verkehr die Wanderung. Viele Tiere werden überfahren oder sterben bei dem Versuch, Straßen zu überqueren.“ Aus diesem Grund gibt es an vielen Straßen Amphibienzäune. Sie werden von ehrenamtlich tätigen Menschen betreut. Mithilfe der Zäune werden viele Amphibien gerettet.
Aufmerksame Beobachter*innen können die Amphibien auch bei Besuchen im Wald oder an Gewässern bei geeignetem Wetter im Frühjahr gut beobachten.

Februar: Moose und Flechten

Für viele Pflanzen, Tiere und Pilze hat die Saison noch gar nicht richtig begonnen. Trotzdem gibt es schon jetzt viel zu entdecken: Winterpilze, Flechten und Moose fallen ins Auge, wenn man offenen Auges durch die Städte oder durch die Natur läuft. Wer mittels der App ObsIdentify diese Funde melden möchte, muss gute Fotos machen. Manche dieser Funde lassen sich tatsächlich gut per App bestimmen und manchmal sind sogar Besonderheiten dabei. Trotzdem muss man sich klarmachen, dass viele Pilze, Flechten und Moose nur mikroskopisch bestimmbar sind. Doch jeder kann sein Glück versuchen, vielleicht ist etwas Spannendes dabei.

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