Veranstaltungen der Gesellschaft für Naturkunde e.V.
Mittwochsvorträge
Jeden Monat veranstalten wir im Naturhistorischen Museum Vorträge über Reisen in ferne Länder, über die heimische und exotische Tier- und Pflanzenwelt sowie zu verschiedenen wissenschaftlichen Fragestellungen.
Die öffentlichen Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 Euro.
Für die Mitglieder der Gesellschaft für Naturkunde e. V. ist der Eintritt kostenlos!
Die nächsten geplanten Vortragsthemen sind:
Aufgetauchte Zeitzeugen des Jurameers – Die Ichthyosaurier des Braunschweiger Landes
16. September 2026, 19 Uhr
Vortrag von Dr. Ralf Kosma (Staatliches Naturhostorisches Museum)
Ichthyosaurier, oder auch „Fischechsen“, gehörten mit vielen Arten zu den häufigsten Bewohnern der Meere des Erdmittelalters. Von allen Reptilien waren sie am besten an das Leben im Wasser angepasst. Selbst ihre Geburt erfolgte bereits unter Wasser. Heute kennt die Wissenschaft sehr viele interessante Fakten über die Lebens- und Verhaltensweisen dieser ungewöhnlichen Tiere.
Im Fokus des Vortrages von Dr. Ralf Kosma stehen besonders die Ichthyosaurierfunde, die in den letzten Jahren vom Team des Staatlichen Naturhistorischen Museums im Braunschweiger Land geborgen wurden und große Bedeutung für die Kenntnisse der Erdgeschichte der Region haben.
Artenreiche Vogelwelt zwischen Hochmoor und Ostseeküste – Ein landeskundlich-ornithologischer Streifzug durch Estland
14. Oktober 2026, 19 Uhr
Vortrag von Adrian Gerloff (Tallinn, Estland)
Die atemberaubende Vielfalt Estlands als Brutlebensraum und Rastgebiet für Zugvögel steht im Mittelpunkt des Vortrages im Staatlichen Naturhistorischen Museum in Braunschweig. Zu dem Naturfreunde, Ornithologinnen und Interessierte herzlich eingeladen sind. Als Referent ist der seit 25 Jahren in Estland lebende Biologe und Naturreiseführer Adrian Gerloff (Tallinn) zu Gast. Neben einer ausführlichen Beschreibung der naturräumlichen Gegebenheiten des nördlichen Baltikums werden die charakteristischen Landschaften anhand der sechs Nationalparks und die Leitarten der jeweiligen Lebensräume ausführlich beschrieben. Der Vortrag bietet faszinierende Einblicke in die Vogelwelt Estlands – von spektakulären Fotos seltener Arten und einschlägigen Hintergrundinformationen über die Situation innerhalb und außerhalb der Schutzgebiete. Zudem erwarten die Zuhörer*innen Tipps und Vorschläge über die Möglichkeiten des Reisens nach Estland.
Foto: C. Pilke
Die miozäne Öhningen Fossillagerstätte: Einblick in das Deutschland vor 14 Millionen Jahren
11. November 2026, 19 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Julien Kimmig (Karlsruhe)
Das miozäne (ca. 14 Millionen Jahre alte) Öhninger Maar ist eine der bekanntesten Fossillagerstätten Deutschlands. Über 1.500 fossile Arten wurden von dort beschrieben, allen voran der Riesensalamander Andrias scheuchzeri, der im 18. Jahrhundert zuerst als Überrest eines menschlichen Opfers der biblischen Sintflut gedeutet wurde. Der Vortrag handelt von der Geschichte, den Fossilien und der Wichtigkeit dieser Fundstelle zum Verständnis der geologischen Vergangenheit Deutschlands. Außerdem wird aufgezeigt, was derartige Fundstellen auch über die erdgeschichtliche Zukunft aussagen können.
Noch nicht fertig und doch perfekt angepasst. Larven, Metamorphose und frühes Leben in einer sich wandelnden Welt
2. Dezember 2026, 19 Uhr
Vortrag von PD Dr. Katharina Ruthsatz (Sevilla, Spanien / Braunschweig)
Larven führen oft ein ganz anderes Leben als die erwachsenen Tiere, zu denen sie sich später entwickeln. Kaulquappen, Raupen oder Insektenlarven sind dabei keineswegs nur „unfertige“ Zwischenstufen, sondern hoch spezialisierte Lebensformen mit eigenen Fähigkeiten und Überlebensstrategien. Erst durch die Metamorphose wird ihr Körper grundlegend umgebaut – manchmal so radikal, dass kaum etwas an das vorherige Stadium erinnert. Der Vortrag nimmt Sie mit in die faszinierende Vielfalt der Larven und ihrer Anpassungen: von vertrauten Kaulquappen und Raupen bis zu weniger bekannten, manchmal überraschend fremdartigen Larvenformen. Dabei geht es nicht nur darum, wie unterschiedlich Larven leben und sich verwandeln, sondern auch darum, wie sie auf Hitze, Trockenheit, Schadstoffe und andere Umweltveränderungen reagieren. Gerade weil frühe Lebensstadien besonders empfindlich sein können, sind sie für die Forschung von großer Bedeutung: An ihnen lässt sich untersuchen, wie Tiere sich an eine wandelnde Welt anpassen – oder an ihre Grenzen geraten.